Projektübersicht

Der Magdeburger Dom ist die älteste und bedeutendste gotische Kathedrale in Deutschland und nicht nur architektonisch ein Juwel, sondern auch durch ihre drei besonderen Orgeln ein musikalischer Schatz für die Landeshauptstadt, wie auch für die Orgellandschaft in Sachsen-Anhalt.
Nach dem Neubau von 2 neuen Orgeln im Dom und Remter soll nun noch die fast 50 Jahre alte kleinere "Paradiesorgel" der Firma Schuke Orgelbau Potsdam von 1969 im Nordquerhaus des Domes saniert werden.

Kategorie: Heimatgeschichte/Kultur
Stichworte: Paradiesorgel
Finanzierungs­zeitraum: 29.11.2018 15:41 Uhr - 31.03.2019 23:59 Uhr
Realisierungs­zeitraum: Ende 2019 - Teilbeginn

Worum geht es in diesem Projekt?

Landeskirchenmusikdirektor Gerhard Bremsteller plante gleich nach 1945 eine neue große Orgel mit 100 Registern für den Dom, als Ersatz für die zerstörte. Jedoch war erst nach vielen Schwierigkeiten und Interimslösungen 1969 ein Orgelneubau möglich. Die Paradiesorgel wurde mit 39 Registern als Schwalbennestorgel im Nordquerhaus erbaut und war jahrzehntelang bis 2008 die einzige Orgel im Dom.
In Folge der auch im Orgelbau 1969 bestehenden DDR-Mangelwirtschaft zeigen sich heute zunehmend Mängel an der Paradiesorgel. Das betrifft zuerst das Orgelgehäuse. Dieses ist nicht selbsttragend und leider wurde bei dessen Fertigung einfach nur braun gebeiztes, preiswertes Nadelholz an Stelle hochwertiger Eichen- oder Buchenhölzer verwendet. Es gab auch keine Maßnahmen, um das „Arbeiten“ des Holzes zu verringern, so dass sich bis heute auf den Gehäuseflächen sehr lange Risse bilden konnten. Des Weiteren sind die Prospektpfeifen aus einer Orgelmetalllegierung, die im Laufe der letzten Jahre weich geworden ist und die Pfeifenfüße kollabieren lassen, so dass sich die Pfeifenfußlöcher verschließen und die Pfeifen stumm werden können. Obendrein können sich die großen Metallpfeifen aus den Halterungen lösen und abstürzen, wie das bereits einmal - zum Glück ohne Folgen für Leib und Leben der Dombesucher - mit einer 5 m großen 16-Fuß-Prospektpfeife geschehen ist.
Des weiteren konnten die Zungenpfeifen beim Bau der Paradiesorgel teilweise nicht in optimaler neobarocker Klangqualität hergestellt werden, so dass nunmehr 4 Register ersetzt werden müssen und einige Weitere nachintoniert bzw. umgebaut werden sollen.

Was sind die Ziele und wer die Zielgruppe?

Ziel ist es, den hohen Wert der Paradiesorgel sehr deutlich wieder ins Bewusstsein zu holen, indem die Besonderheiten des Instruments nach der Sanierung wieder hervorgehoben werden können. Die Paradiesorgel hat mit ihrem kräftigen klaren und schönen Klang neben der Hauptorgel im Dom eine völlig eigenständige Aufgabe als Chororgel bei Trauungen, Andachten und sonstigen Gottesdiensten im Hohen Chor - wie das in allen Kathedralen von Rang der Fall ist. Als charakteristische neobarocke Orgel erlaubt sie im Dom die stilgerechte Pflege der so umfangreichen barocken Orgelliteratur und ist damit unverzichtbar.
Entsprechend wird sie regelmäßig in den vielfältigen Konzerten der Orgelkunst- und Orgelpunkt-Reihen im Sommer durch international renommierte Organistinnen und Organisten gespielt.
Hier sind alle Orgelfreunde in Magdeburg und darüber hinaus aufgerufen, aktiv zu werden und sich dafür einzusetzen, dass unser Dom eines seiner Orgel-Alleinstellungsmerkmale nicht verliert und es bald zur Sanierung der Paradiesorgel kommt.

Warum sollte man dieses Projekt unterstützen?

Alle Unterstützerinnen und Unterstützer können aktiv dazu beitragen, dass im Dom - dem Wahrzeichen Magdeburgs - neben der neuen Hauptorgel auch die Paradiesorgel wieder in voller Schönheit für lange Zeit zur Freude der Besucher und zur Ehre Gottes erklingen kann.

Was passiert mit dem Geld bei erfolgreicher Finanzierung?

Die Gelder werden eingesetzt, um die insgesamt rund 350.000 € teure Sanierung mit zu tragen und so die Orgelpfeifen auszutauschen, ein neues nun materiell qualitätsvolles Gehäuse in der bisherigen Erscheinungsform nach dem Entwurf des Hallenser Architekten Fritz Leweke bauen zu lassen sowie 4 Register zu erneuern.
Die Arbeiten am Gehäuse machen dabei den Löwenanteil aus. Der Gerüstbau, der Abbau und die Einlagerung der gesamten Orgel während der Baumaßnahmen im Hohen Chor und dem Querhaus des Domes wie auch die Entsorgung der holzschutzmittelbelasteten Teile benötigen ein Übriges.
Die Fertigung des neuen, qualitativ angemessenen „Orgelkleides“, wie auch der Austausch der Prospektpfeifen, sind zwar teuer, aber eben aus den genannten Gründen zwingend notwendig.

Wer steht hinter dem Projekt?

Der Verein „Domorgeln Magdeburg e.V.“

http://www.verein-domorgeln-magdeburg.de/

Initiator und Vorstandsmitglied: Kirchenmusikdirektor Barry Jordan, Domorganist und Domkantor seit über 23 Jahren

Helge Scholz, Vorstandsvorsitzender
Martin Groß, Stellv. Vorstandsvorsitzender
Ulrike Groß, Schriftführerin
Mirko Kraft, Schatzmeister
sowie viele ehrenamtlich im Verein Engagierte